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Die Evolution des Systemhandels (by Oliver Sorin)
(Dieser Artikel erschien ursprünglich auf http://perfect-trader.com/ )
Als ich vor über 12 Jahren in den Systemhandel und in das Systemdesign eingestiegen bin, war der Markt dafür noch relativ klein und übersichtlich. Der Büchermakt wurde von einigen großen Namen wie Kaufmann, Ehlers , Elder oder auch Cynthia Kase dominiert. Informationen im Internet waren auf sehr wenige professionelle Foren, oder auf die damals populären Yahoo Groups beschränkt (die dann leider bald den Spammern zum Opfer fielen).
Tradestation dominiert die späten 90er Der Softwaremarkt für das Systemtrading war bereits vom institutionellen Bereich in den Markt für Privatanleger vorgedrungen, und hatte sich dort schon fest etabliert. Professionellen Softwarelösungen für das systematische Trading, die in den 70er und Anfang 80ern aufgrund der hohen Kosten meist nur Institutionellen zur Verfügung standen, waren Ende der 90er auch für privaten Trader nun durch erschwingliche Preise (zwischen 5000$ und 10.000 $) zu haben. Tradestation und Metastock waren die klaren Marktführer.
Eine neue Dimension für private Trader Die Tradestation Prosuite war für mich damals ein kleines Wunderwerk, mit dem Global Server konnten Tick Daten und Eod Daten im Xpo Format von Futures, Aktien und Optionen kostenlos downgeloaded werden, Option Station bot unendliche Möglichkeiten der Optionsanalyse an, und mithilfe von Radar Screen konnten die Märkte nach jedem beliebigen Signal systematisch gescreent werden. Was für Möglichkeiten! Ad Ons wie das Neurale Netz Safir x , das Gann-Elliott Wellen Programm Advanced Get oder das ausgezeichnete Portfoliomanagement System von Rina Systems waren zwar noch recht stark begrenzt aber ausreichend, um die Tradestation zu vervollständigen. Auch der Markt für käufliche Systeme oder Indikatoren war noch recht übersichtlich, dafür aber relativ intransparent( Systemtester wie Futures Truth waren noch Mangelware). Der Clou der Tradestation war aber Easy Language, eine intuitive und ausgesprochen leicht erlernbare Programmiersprache, die auch von nicht professionellen Programmieren nach kurzer Einarbeitungszeit verwendet werden konnte. Der Performance Report der Tradestation war umfangreich und ermöglichte detailierte Analysen der Systemkennzahlen. Der Vorteil war auch, dass Point & Figure Charts zur Verfügung standen und zumindest einigermaßen in die Programmiersprache eingebunden werden konnten. (Dennoch haben Pnf Systeme auf der Tradestation immer für Probleme gesorgt). Die Tradestation Desktop Version war stabil und schnell (was sich meiner Meinung nach dann mit dem Server – sided Konzept ab Version 8 änderte).
Entwicklung zur Vollmechanik Der vollmechanische Handel begann sich dann wohl um die Jahrtausendwende auch in Deutschland allmählich durchzusetzen, die Api Schnittstelle von Interactivebrokers leistete hier ausgesprochen gute Arbeit zur automatischen Signalübermittlung an den Broker, sodass auch private Trader erstmals am vollmechanischen Handel partizipieren konnten.
Tradestation vs Metastock Metastock hatte mir persönlich nie zugesagt (vor allem aufgrund der Programmiersprache, aber auch aufgrund des Performance Report Systems), hatte aber ebenso eine breite Anhängerschar. Auch hier gab es bereits Ad Ons und zahlreiche käufliche Systeme, das Informationsangebot im Internet war womöglich sogar größer als für die Tradestation. Metastock hatte den Vorteil, dass Renko Charts und Pnf Charts zur Verfügung standen, die aber meiner Ansicht nach nie ausreichend funktionierten und in die Systemkonzeptionierung nicht integriert werden konnten.
Wealth Lab leitet Open Source ein Dann kam Wealth Lab. Die Community basierte Lösung war revolutionär, User konnten ihre erstellten Systeme leicht im Forum von Wealth lab zur Verfügung stellen, mit anderen diskutieren und verbessern. Von der Desktop Version aus konnten die Scripts der User geladen und getestet werden. Auf der Seite wurde ein Ranking veröffentlicht, dass die Scripts nach Performance und Systemkennzahlen listete, zugleich konnten Scripts vom Browser aus frei getestet werden. Der Portfolio Manager von Wealth Lab ermöglichte es tausende von Scripts zu testen und diejenigen mit Potential herauszufiltern. Durch den revolutionär niedrigen Preis von unter 1000$ wurde erstmals eine breite Schicht von Kunden angelockt, worauf sich schnell ein reger Austausch im Forum entwickelte. Durch diese Community Strategie könnte man Wealth lab vielleicht sogar als Startpunkt des Open Source Systemhandels bezeichnen. Zwar gab es immer auch für Tradestation und Metastock Communities, das nahtlose Konzept von Wealth Lab zwischen Systemtests, Systemdesign und Diskussion war aber ausgeklügelter als je zuvor.
Renko und Pnf Charts standen zu Beginn zwar noch nicht zur Verfügung, konnten aber selbst programmiert und eingefügt werden. (Wealth lab ermöglichte es eigene Chartarten zu konstruieren). Diverse Ad ons wie Monte Carlo Lab ( für Risikosimulationen ) oder Neural Lab (leider nicht besonders leistungsfähig) erweiterten Wealth Lab. Eod Daten konnten neben den üblichen kostenpflichtigen Datenanbietern, auch von den Yahoo Servern geladen werden. Auch hier konnte man mithilfe der Api vollmechanisch mit Interactivebrokers handeln. (Was aufgrund der ständigen Updates von Wealth lab dann aber bald erschwert wurde) Wealth lab hatte meiner Meinung nach für den Eod Systemhandel die besten Voraussetzungen, für den Intraday Handel erschien mir aber Tradestation stets besser. Dennoch war Wealth lab vom Preis Leistungsverhältnis her unschlagbar.
MetaTrader Wenn wir uns den heutigen Markt des Systemtradings ansehen, zeigt sich die klare Tendenz zum Open source. Meta Trader stellt hier meiner Meinung nach eine weitere Revolution in der Entwicklung des Systemhandels dar. Das kostenlose Programm ermöglicht es erstmals, dass der Systemhandel von einer sehr breiten Masse ohne Zugangsbeschränkungen probiert und ausgeübt werden kann. Die Anbindung an diverse Broker wurde stark vereinfacht, Intraday Daten für Forex sind kostenlos verfügbar und der serverbasierte Datenfeed nimmt die sehr aufwändige und mühselige manuelle Datenpflege ab. Systeme können im Simulationsmodus live gehandelt und unter realen Marktbedingungen getestet werden. Micro Konten ermöglichen einen ersten und schrittweisen Einstieg in den realen Handel mit sehr geringem Risiko. Aufgrund all dieser Faktoren hat sich zu Meta-Trader eine schier endlose Community gebildet, unzählige Foren diskutieren diverse Handelsansätze, Indikatoren und Systeme.
Natürlich hat Meta Trader gegenüber den kommerziellen Lösungen Nachteile (kein eigenes Screening Modul wie Tradestation oder Wealth Lab, sehr stark eingeschränkter Performance Report und Systemkennzahl Analysemöglichkeiten, keine Renko Charts, keine Point & Figure Charts) . Dennoch aufgrund der genannten Faktoren, stellt meiner Einschätzung nach Meta Trader eine ausgezeichneter Einstiegsmöglichkeit in das vollmechanische Systemtrading, vor allem für den Forex Intraday Handel, dar. War vor 10 Jahren der Einstieg in den Systemhandel durch hohe Kosten, intransparente Systemanbieter, Informationsmangel zu den Programmiersprachen und Handelsansätzen, und einer zeitaufwändigen Desktop basierten Datenpflege (ständige Lücken bei Tick Charts) ausgesprochen langwierig und mühselig , so geht er heute mit Meta Trader leicht und innerhalb kurzer Zeit von der Hand.
Einführung zu Meta Trader
http://www.youtube.com/watch?v=idZp5U-9ZRM
Meta Trader ermöglicht einen VPS Modus mit noch höherer Stabilität und noch größerer Freiheit für den Trader.
http://www.youtube.com/watch?v=GQf85zKNLDA
Offizielles Meta Trader Forum
www.MQL4.com
Ausgezeichnetes Forum für Meta Trader
http://www.forex-tsd.com
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